Thomas Leberer vor der Partie beim Freiburger FC

Fragen an SVO-Coach Thomas Leberer vor der Partie beim Freiburger FC, Samstag um 15.00 Uhr

Hallo Thomas,
obwohl in der Region mit Offenburg gegen Linx und Kehl gegen Freiburg einige Derbys über die Bühne gingen, fanden noch gut 350 Zuschauer noch den Weg ins Oberacherner Waldseestadion. Am Ende gingen die meisten von ihnen aber etwas verwundert nach Hause, denn nach den zuletzt grandiosen Auftritten deiner jungen Truppe stand am Ende eine verdiente 1:3 Heimniederlage gegen einen an diesem Tag bärenstarken FSV Hollenbach, der in der Rückrunde bislang zwar vieles schuldig blieb, aber mit Luca Pfeiffer einen Goalgetter in seinen Reihen hatte, der dein Team mit seinen drei Treffern fast im Alleingang erlegte. Dein Fazit:

TL: Ich denke, wir sind sehr gut in die Partie reingekommen und hatten schon nach 5 Minuten die erste Torchance durch Mathieu Krebs. Vielleicht hat es uns zu sicher gemacht , ab der 20. Minute hatte Hollenbach das Spiel besser im Griff und konnte uns immer mehr ihre Spielweise aufdrängen. Wir versuchten weiter, mit spielerischen Mitteln das Spiel zu bestimmen, aber schafften dies nicht. Entweder war der Pass zu ungenau, wie spielten mit zu vielen Kontakten oder der Ball versprang einfach. Dazu kam in der Defensive ein Verhalten, was sehr stark an unsere Vorrunde erinnerte. Alle drei Tore entstanden direkt oder indirekt nach einer Standardsituation! Hier gab es klare Rollenverteilungen, die nur in Ansätzen umgesetzt worden sind. Am Ende eine verdiente Niederlage gegen einen Gegner, der aber vor uns in der Tabelle steht. Vielleicht haben die letzten Ergebnisse, auch den Spielern aber auch den Fans etwas suggeriert, was wir noch nicht besitzen – Stabilität in unseren Leistungen. Viele vergessen, dass wir immer noch um die Berechtigung spielen, auch in der nächsten Runde Oberliga spielen zu dürfen!

Eine Niederlage genau zur richtigen Zeit. Kann man das so stehen lassen?

TL: Eine Niederlage kommt nie zur richtigen Zeit. Sie tut immer weh und hätte in diesem Fall klar vermieden werden können. Die Mannschaft war auf die Spielweise, Stärken und Schwächen des Gegners absolut vorbereitet, konnte es nur bedingt auf dem Spielfeld umsetzen.

Kurzer Ausblick auf den Pokal. Zum mittlerweile 13. Mal hintereinander auswärts, dennoch kann man mit der Halbfinal-Auslosung eigentlich mehr als zufrieden sein, denn mit dem Landesligisten FSV Altdorf erwischte der SVO den vom Papier her leichtesten Gegner.

TL: Der Pokal ist am 27.4.! Warum soll ich mir heute Gedanken über Altdorf machen, wenn ich ein brutal wichtiges Punktspiel in Freiburg habe. Sehe ich nicht so, ich hätte gerne ein Heimspiel gegen den Bahlinger SC gehabt.

 In der Liga gilt es nun, beim Traditionsclub Freiburger FC Farbe zu bekennen, der zuletzt zwar gewaltig schwächelte, aber mit dem 5:1 Derbyerfolg beim Kehler FV mächtig auf sich aufmerksam machte. Mit jetzt 30 Punkten hat das Team von Ralf Eckert nur noch zwei Punkte Rückstand auf einen sicheren Nicht-Abstiegsplatz.Deine Einschätzung über die Stärken des südbadischen Rivalen:

TL: Ralf erinnert immer wieder zurecht, welchen erfolgreichen Weg der FFC mit ihm in den letzten Jahren eingeschlagen hat. Der FFC ist für mich kein Abstiegskandidat, dafür ist das fußballerische und menschliche Potential dieser Mannschaft viel zu groß! Mit Sicherheit hat die junge Mannschaft, in den letzten Wochen einige Rückschläge einstecken müssen aber jetzt in Kehl eindrucksvoll bewiesen, dass sie noch lebt. Wer Kehl fünf Tore einschenkt und noch mehr Tore erzielen hätte können, ist einfach stark.

Das Hinspiel war ein südbadisches Derby mit hohem Unterhaltungswert. Dreimal traf dabei FFC-Goalgetter Ridje Sprich und nach dem 1:3 sah es lange Zeit nicht gut für den SVO aus. Dann kam dein Team noch einmal zurück und holte mit dem 3:3 einen am Ende verdienten Punkt. Zehn Punkte beträgt der Rückstand des FFC auf den SVO. Mit einem Remis könnte man die Breisgauer sieben Spiele vor Rundenschluss auf Distanz halten.Wie lautet die Vorgabe an dein Team?

TL: Das Hinspiel war ja nichts für schwache Nerven und der FFC zeigte an diesem Tag Konterfußball vom Feinsten. Wir müssen uns nach dem Spiel gegen Hollenbach wieder auf gewisse Grundtugenden konzentrieren, die einfach zum Fußball dazugehören. Dies ist Einsatz und Laufbereitschaft. Sollten wir am Samstag diese Tugenden nicht abrufen, dann wird es verdammt schwer werden. Wir haben nichts zu verschenken und brauchen noch Punkte für den Klassenerhalt. Deshalb könnte ich mit einem Punktgewinn in Freiburg sehr gut leben.

Wie sieht es in personeller Hinsicht aus?

TL: Das schriftliche Abitur ist jetzt vorbei, deshalb wird der Kader wieder komplett zur Verfügung stehen.

 

RM

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