TSG 62/09 Weinheim – SV Oberachern 1:1 (1:1)

Oberliga Baden-Württemberg

TSG 62/09 Weinheim – SV Oberachern 1:1 (1:1)

„So habe ich mir unseren Auftritt nicht vorgestellt. Das war nicht das, was wir uns vorgenommen haben. Wir müssen froh sein über wenigstens einen Punkt“, bilanzierte Oberacherns Trainer Mark Lerandy hinterher mit grimmiger Miene.
In der Tat stand das abgeschlagene Schlusslicht ganz dicht vor seinem dritten Heimsieg, der am Ende auch hochverdient gewesen wäre. Mit dem Ergebnis konnte Weinheims Trainer Christian Schmitt nur bedingt zufrieden sein, dafür mit der Leistung seines Teams, das sich über 90 Minuten im Rahmen seiner Möglichkeiten präsentierte. „Die zweite Halbzeit hatten wir gut im Griff. Leider fehlte uns da die Cleverness beim Abschluss“.
Gerade mal 150 Zuschauer im weiten Rund des Sepp-Herberger-Stadions sahen eine ganz schwache Oberligapartie und einen SV Oberachern, der bis auf die Anfangsphase vieles schuldig blieb. Wie schon zuletzt beim schmeichelhaften 0:0 gegen Reutlingen war der SVO mit Fortuna im Bunde und durfte sich bei seinem Schlussmann Logan Kleffer bedanken, der mit einigen starken Aktionen erneut eine Niederlage verhinderte.

Dabei sah das alles zu Beginn noch ganz gut aus. Nach feinem Zuspiel von Gabriel Gallus hatte Fabian Herrmann freie Bahn und nach exakt 646 Minuten traf der SVO, der zuletzt nur im Anschluss an Standardsituationen erfolgreich war, endlich wieder einmal aus dem Spiel heraus ins gegnerische Gehäuse (14.). Herrmann hatte beim 0:1 allerdings Glück, dass der Ball wegen eines Platzfehlers über die Arme von TSG-Keeper Levent Cetin sprang. Nur eine Minute zuvor war es ebenfalls ein kurioser Platzfehler der die Weinheimer Führung verhinderte. Nachdem Kleffer bei einem Rettungsversuch den Weinheimer Ralf Friedrich anschoss, sprang das Leder statt über die Linie in die fangbereiten Arme des Oberacherner Keepers.
Die frühe Führung verlieh dem viel zu sehr in die Breite angelegten Spiel des SVO aber nicht die nötige Sicherheit. Beim 1:1 Ausgleich in Minute 26 ließ Anthony Decherf, ansonsten eigentlich ein Aktivposten im Lerandy-Team, den besten Weinheimer Abdullah Köse auf und davon ziehen und der bedankte sich mit einem Sonntagsschuss in den Winkel.

In der 37. Minute verpassten die Achertäler die große Chance zur erneuten Führung, doch statt den Ball auf den in der Mitte völlig freistehenden Daniel Filkovic zu legen, donnerte Cemal Durmus das Leder viel zu eigensinnig zwei Meter über den Weinheimer Kasten. Es sollte bis zum Schlusspfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Daniel Leyhr aus Reutlingen die letzte torgefährliche Aktion des SVO bleiben.
Nach dem Wechsel verpufften die Angriffsaktionen der Gäste meist schon im Ansatz, weil man sich unerklärlich viele Fehlpässe erlaubte und so die TSG immer mehr Oberwasser bekam.
Erst konnte Logan Kleffer einen Kopfball von Tolga Kalidag im Anschluss an die vierte Weinheimer Ecke gerade noch um den Pfosten lenken (54.), dann rettete Sebastien Noé in höchster Not gegen Ralf Friedrich (60.). In der 72. Minute lag dem Weinheimer Anhang der Jubel schon auf den Lippen. Der eine Minute zuvor eingewechselte Ole Gaertner hatte Kleffer fast schon umkurvt, doch Oberacherns Schlussmann fischte dem Weinheimer den Ball in letzter Sekunde noch vom Fuß.
Mit viel Glück überstand der SV Oberachern, bei dem vor allem im zweiten Durchgang kaum ein Akteur auch nur annähernd Normalform zeigte, auch die dreiminütige Nachspielzeit und sicherte sich damit wenigstens einen Zähler.
Am kommenden Samstag trifft die Lerandy-Elf im südbadischen Derby auf den Bahlinger SC, der nach der in der Vorrunde erlittenen 0:6 Klatsche noch etwas gutzumachen hat.

TSG Weinheim: Cetin, Bunjaku, Karlidag, Köse (84. Gärtner), Yahaya, Engel, Friedrich (71. Gaertner), Schneider (78. Goudar), Keller, Glässer (39. Romagnolo), Roumeliotis
SV Oberachern: Kleffer, Noé, Fritz, Armbruster, Keller, Herrmann, Gallus, Filkovic (70. Daouri), Decherf (59. Giardini), Schwenk, Durmus (74. Sattelberger)
Schiedsrichter: Daniel Leyhr (Reutlingen)
Zuschauer: 150
Tore: 0:1 Herrmann (14.), 1:1 Köse (26.)