SV Oberachern – SSV Reutlingen 0:0

Oberliga Baden-Württemberg

SV Oberachern – SSV Reutlingen  0:0

Mit einem schmeichelhaften torlosen Remis gegen den jetzt seit neun Spielen ungeschlagenen SSV Reutlingen blieb der SV Oberachern zwar zum dreizehnten Mal in dieser Saison ohne Gegentor, offenbarte aber im Offensivspiel einmal mehr große Schwächen.
„Wir hatten heute drei Ausfälle auf dem Platz, die konnten wir nicht kompensieren. Logan Kleffer rettete uns an seinem 25. Geburtstag einen glücklichen Punkt“, bilanzierte Oberacherns Coach Mark Lerandy hinterher. Alles andere als zufrieden zeigte sich hingegen sein Kollege Teo Rus: „Vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen. Wir waren die klar bessere Mannschaft, aber nicht in der Lage, den Ball über die Linie zu bringen“.

Gegen einen SV Oberachern, der über die gesamte Spielzeit keine einzige auch nur ansatzweise gefährliche Offensivaktion zu verzeichnen hatte, betrieben die Württemberger einen hohen Aufwand, scheiterten aber entweder am eigenen Unvermögen oder eben an Oberacherns Schlussmann Logan Kleffer.

400 Zuschauer sahen einen SSV Reutlingen, der nach einer kurzen Phase des gegenseitigen Abtastens eine Halbzeit lang nur im Vorwärtsgang agierte und die Gastgeber mit schnellem und direktem Spiel kaum zur Entfaltung kommen ließen.

Nach einer Viertelstunde hob Marcel Avdic das Leder aus 16 Metern nur um Zentimeter über den  Oberacherner Kasten und nur vier Minuten später suchte er aus halblinker Position selbst den Abschluss, statt das Leder auf den in der Mitte völlig freistehenden Marvin Pieringer zu legen. Einen Freistoß von Pierre Eiberger konnte Keeper Kleffer noch mit den Fingerspitzen an die Querlatte lenken (31.). Sekunden vor dem Pausenpfiff des umsichtig leitenden Schiedsrichters Gaetano Falcicchio (Konstanz) rutschte Pieringer nach einem weiteren  Freistoß des Reutlinger Kapitäns nur um Zentimeter am Ball vorbei.

Auf der anderen Seite verbrachte SSV-Schlussmann Milan Jurkovic einen ausgesprochen geruhsamen Samstagnachmittag und daran sollte sich auch in Durchgang zwei nur wenig ändern. Die Gastgeber konnten zwar jetzt die Partie zumindest etwas ausgeglichener gestalten, doch abgesehen von einer Direktabnahme von Philip Keller, die ihr Ziel aber weit verfehlte, blieben echte Tormöglichkeiten auch weiterhin aus. In der 66. Minute lag dem lautstarken Reutlinger Anhang der Torschrei bereits auf den Lippen. Nach schöner Vorarbeit von Onesi Kuengienda, neben Kapitän Pierre Eiberger auffälligster Reutlinger Akteur, scheiterte Raphael Schneider aus kürzester Distanz am glänzend reagierenden Kleffer (66.).

Dann legte Reutlingens schwarze Perle – statt selbst den Abschluss zu suchen – quer auf den mitgelaufenen Thomas Kunz, der das Leder aber neben den Pfosten setzte (81.).

Eine Minute vor dem regulären Ende musste  Logan Kleffer erneut Kopf und Kragen riskieren. Dieses  Mal gegen Goalgetter Kuengienda, der dabei aber völlig übermotiviert zur Sache ging. Schiedsrichter  Falcicchio zückte sofort die Rote Karte. Kleffer musste minutenlang behandelt werden, biss aber trotz tiefer Risswunden auf die Zähne, auch weil Oberacherns Auswechselkontingent bereits erschöpft war. Es spricht für Reutlingens Publikumsliebling, dass er sich hinterher für seinen Blackout beim leidgeprüften Oberacherner Keeper entschuldigte.

Die Gastgeber überstanden auch die Nachspielzeit ohne Gegentor, mussten dann aber erst einmal tief durchatmen.

SV Oberachern: Kleffer, Noé, Fritz, Armbruster, Keller, Huber (57. Giardini), Herrmann (79. Filkovic), Gallus (73. Gülsoy), Decherf (52. Tasli), Schwenk, Durmus

SSV Reutlingen: Jurkovic, Wiesner, Eiberger, Lübke (47. Hartmann), Kuengienda, Schneider (90.+2 Prediger), Pieringer, Schiffel (11. Plattenhardt), Avdic (54. Kunz), Schramm, Rohr

Schiedsrichter: Gaetano Falcicchio (Konstanz)

Zuschauer: 400

Tore: Fehlanzeige

Rote Karte: Kuengienda (SSV/90.)