SSV Reutlingen – SV Oberachern 1:1 (0:0)

Oberliga Baden-Württemberg

SSV Reutlingen – SV Oberachern 1:1 (0:0)

Mit dem 1:1 beim ehemaligen Zweitligisten SSV Reutlingen bleibt der SV Oberachern auch im sechsten Spiel hintereinander ungeschlagen. „Unser Ziel war ein Remis und das haben wir erreicht. Aufgrund unserer Steigerung in Durchgang zwei geht das Ergebnis auch in Ordnung“, befand SVO-Coach Mark Lerandy, obwohl er wusste, dass gegen den keinesfalls überzeugend auftretenden SSV am Ende sogar ein Sieg im Bereich des Möglichen lag. Kein Wunder, dass sein Kollege Jochen Class hinterher alles andere als zufrieden war: „Unterm Strich war das heute einfach zu wenig. Wir haben zwei drei klare Chancen einfach liegen lassen und nach dem Ausgleich aus unerklärlichen Gründen den Faden verloren“.

Dabei fand seine Mannschaft gut in die Partie. Nach gerade mal vier Minuten hatte Tom Schiffel nach tollem Zuspiel seines Kapitäns Pierre Eiberger freie Schussbahn, doch Oberacherns Schlussmann Julien Guthleber konnte gerade noch so zur Ecke klären. Auch bei zwei gefährlichen Kopfbällen von Sidy Niang (22.) und des agilen Onesi Kuengienda (30.) zeigte sich Oberacherns derzeitige Nummer eins auf dem Posten.
Auf der anderen Seite blieb SSV-Keeper Milan Jurkoviv eine gute halbe Stunde lang so gut wie beschäftigungslos, weil Reutlingen bis dato alles im Griff hatte und den SVO überhaupt nicht richtig ins Spiel kommen ließ. Aus einer Ecke und einem Freistoß heraus erspielte sich dann auch der SVO kurz vor der Pause seine Möglichkeiten durch Gabriel Gallus, der es mit der Hacke versuchte, und Luca Fritz per Kopf.
Die erste Möglichkeit nach dem Wechsel gehörte den Gastgebern. Nach einer scharfen Hereingabe von Kuengienda brachte Guthleber den Schuss von Eiberger erst im Nachfassen unter Kontrolle (53.).
Zwei Minuten später zeigte der gut leitende Schiedsrichter Philipp Lehmann nach einem eher leichten Körperkontakt von Luca Fritz am durchbrechenden Marcel Avdic auf den ominösen Punkt. Eine harte, aber durchaus vertretbare Entscheidung. Avdic wollte den Strafstoß und bekam ihn auch. Der Gefoulte selbst verwandelte sicher zur 1:0 Führung (55.) und Julien Guthleber musste nach 406 (!) Spielminuten erstmals wieder hinter sich greifen.
Die Antwort der Achertäler ließ aber nur sieben Minuten lang auf sich warten. Der kurz zuvor eingewechselte Adel Daouri passte auf Nico Huber und der hob das Leder über die Reutlinger Innenverteidigung auf den dahinter lauernden Emanuele Giardini. Der Ex-Kuppenheimer fasste sich ein Herz und donnerte das Leder mit einem Sonntagsschuss zum umjubelten 1:1 unter die Querlatte (62.) – im vierten Aufeinandertreffen im Reutlinger Stadion an der Kreuzeiche der erste Oberacherner Treffer.

Glück für den SVO, dass Marcel Avdic mit der besten Reutlinger Möglichkeit des gesamten Spiels den Ball aus kurzer Distanz freistehend über den Kasten setzte (65.).
Die daheim noch sieglosen Gastgeber agierten immer nervöser und mit zunehmender Spielzeit schienen auch langsam die Kräfte beim SSV zu schwinden.
Am Ende reichte dem SVO eine Durchschnittsleistung, um die Heimreise mit einem verdienten Punkt im Gepäck anzutreten.

Schon am Dienstag um 15.00 Uhr wartet die nächste Auswärtsaufgabe auf die Elf von Mark Lerandy. Im Achtelfinale des SBFV-Rothaus-Pokals gastiert man beim Landesligisten SC Pfullendorf.

Reutlingen: Jurkovic, Eiberger, Niang, Kuengienda (71. Prediger), Plattenhardt, Di Biccari, Schiffel (61. Schneider), Avdic (83. Methner), Schramm, Vogler, Rohr
Oberachern: Guthleber, Noé, Fritz, Armbruster, Keller, Huber (88. Filkovic). Herrmann 59. Daouri), Giardini, Gallus, Decherf (67. Gülsoy), Schwenk
Tore: 1:0 Avdic (55./FE), 1:1 Giradini (62.)
Schiedsrichter: Philipp Lehmann (Seitingen-Oberflacht)
Zuschauer: 800
RM