1. Göppinger SV – SV Oberachern 4:0 (0:0)

Oberliga Baden-Württemberg

1. Göppinger SV – SV Oberachern 4:0 (0:0)

Zu Hause hui – auswärts pfui! So und nicht anders muss man die letzten Auftritte des SV Oberachern umschreiben. Das zweitbeste Heimteam der Oberliga ist in der Fremde derzeit ein gern gesehener Gast. Nach der 0:4 Pleite beim Göppinger SV warten die Achertäler jetzt schon seit fünf Auswärtspartien auf einen eigenen Treffer und kassierten dabei gleich 13 Gegentore.  „Wir müssen dem Ganzen auf den Grund gehen, warum wir daheim ein anders Gesicht zeigen als auswärts“, so Trainer Mark Lerandy, der auf die Schnelle keine Erklärung hatte für den fast schon unterirdischen Auftritt seiner Truppe in Durchgang zwei.

Dabei sah das alles in der ersten Hälfte noch ganz gut aus. Gegen die seit elf Spielen ungeschlagenen Gastgeber besaß man im Mittelfeld auch ohne den Gelb-Rot gesperrten Spielmacher Gabriel Gallus ein Übergewicht im Mittelfeld. Was letztendlich fehlte war die Genauigkeit beim finalen Pass und so hielten sich die herausgespielten Möglichkeiten in überschaubaren Grenzen. Der erstmals nach langer Zeit wieder von Beginn an eingesetzte Fabian Herrmann versuchte es nach 15 Minuten mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, den Göppingens Schlussmann Kevin Rombach  aber ebenso entschärfen konnte wie einen Freistoß von Timo Schwenk (17.). Die beste Möglichkeit besaß kurz darauf der aufgerückte Luca Fritz, der das Leder frei vor Rombach aber knapp verfehlte.

Auf der anderen Seite verhinderte Oberacherns Innenverteidiger nach fünf Minuten die Göppinger Führung, als er nach einem Heber des pfeilschnellen Shaibou Oubeyapwa noch vor der Linie klären konnte und nach einer halben Stunde setzte Reutlingens Patrick Schwarz den Ball aus 20 Metern an die Querlatte. Für SVO-Keeper Logan Kleffer hätte es da nichts zu halten gegeben.

Nach dem Wechsel waren auf dem Göppinger Kunstrasenplatz sieben Minuten gespielt, da klingelte es ein erstes Mal im Oberacherner Kasten.  Im Anschluss an die zweite Ecke beförderte Marc Mägerle das Leder zum 1:0 über die Linie. Dass dabei die Hand im Spiel war konnten nur die wenigsten der 250 Zuschauer erkennen, auch nicht Schiedsrichter Manuel Dürr (Rohrdorf). Alle Proteste der Oberacherner Akteure blieben erfolglos. War es in Durchgang eins noch ein Spiel auf Augenhöhe, so brachen beim SVO spätestens nach dem 2:0 durch Oubeyapwa (72.) alle Dämme.  Während beim SVO die Köpfe nach unten gingen, gelang den Gastgebern jetzt alles. Michael Renner erhöhte per Doppelschlag auf 4:0 (74./80.), doch es sollte noch schlimmer kommen, denn für sein gelbwürdiges Frustfoul an Reutlingens Pavlos Osipidis an der Seitenlinie kassierte SVO-Kapitän Felix Armbruster zu allem Überfluss die Rote Karte.

Kein Wunder, dass Oberacherns Trainer Mark Lerandy hinterher angefressen war wie selten zuvor: „Es war eine absolut vermeidbare Niederlage gegen einen Gegner,  der an diesem Tag gegen eine sehr naiv spielende Oberacherner Mannschaft verdient  gewonnen hat. Alle Gegentore sind durch Fehler bei eigenem Ballbesitz entstanden.“

Am kommenden Samstag um 15.00 Uhr empfangen die Achertäler den Ex-Regionalligisten FC Nöttingen und da erwartet nicht nur Mark Lerandy Wiedergutmachung für den unerklärlich schwachen zweiten Durchgang in Göppingen.

Göppingen: Rombach, Botta, Stierle, Kotiukov, Dicklhuber, Renner (80. Staiger), Mägerle, Osipidis, Schwarz, Oubeyapwa (80. Özcan), Ubabuike (60. Kadrija)

SV Oberachern: Kleffer, Noé, Fritz, Armbruster, Keller, Huber, Herrmann (88. Gülsoy), Giardini (65. Filkovic), Decherf (773. Koch), Schwenk, Durmus (46. Daouri)

Tore: 1:0 Mägerle (52.), 2:0 Oubeyapwa (72.), 3:0 Renner (74.), 4:0 Renner (80.)

Schiedsrichter: Manuel Dürr (Rohrdorf)

Zuschauer: 250

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte Armbruster (SVO/84.)