Thomas Leberer vor den beiden schweren Auswärtsspielen

Fragen an SVO-Coach Thomas Leberer vor dem Viertelfinale im SBFV-Rothaus-Pokal beim FC Rielasingen-Arlen am Mittwoch um 17.30 Uhr und dem schweren Oberliga-Auswärtsspiel bei der U23 des Zweitligisten SV Sandhausen am Samstag um 15.00 Uhr

Hallo Thomas, „Wir werden alles geben, um vielleicht einen Punkt mitnehmen zu können“, waren deine Worte vor dem schweren Auswärtsspiel beim Traditionsverein SSV Reutlingen. Die Partie im Stadion an der Kreuzeiche endete mit einem torlosen Remis, obwohl beide Teams einige gute Möglichkeiten besaßen. Dein Fazit nach dem Gewinn des 20. Auswärtszählers:

TL: Wir trafen auf einen sehr engagierten und aggressiven Gegner, der natürlich im Vorfeld schon gewusst hat, dass eigentlich unbedingt ein Heimsieg her musste. So begann Reutlingen dann auch das Spiel und wir ließen uns zu sehr in die Abwehr drängen. So konnte Reutlingen 2-mal in Strafraumnähe zum Torabschluss kommen. Nach ca. 20 Minuten kamen wir besser ins Spiel und konnten auch mehr Ballbesitz verzeichnen. So hatten wir durch Sebi Braun und Nico Huber zweimal die Möglichkeit abzuschließen. Die größte Torchance war nach einer Flanke von Mathieu Krebs der Pfostentreffer von Nico Huber. Die 2.Halbzeit begann ähnlich wie zu Spielbeginn. Reutlingen sehr engagiert und wir konnten vor allem im offensiven Mittelfeld nicht unser gewohntes Spiel durchsetzen. So kam es dann, dass Reutlingen einen Lattentreffer erzielen konnte und kurz vor Schluss der eingewechselte Golinski alleine auf Christian Miesch zusteuerte und er zum Glück, in er 1 gegen 1 Situation Sieger blieb. Wir konnten aber durch den einen oder anderen Konter auch gefährlich bleiben, doch die Chancen von Nico Huber und vor allem durch Gregor Dörflinger, der in einer Situation schon den Torwart umspielt hatte aber zu weit abgedrängt worden ist, blieben ungenutzt. Am Ende ein Punktgewinn der mit ein wenig Glück zu Stande kam. Uns hat mit Sicherheit der letzte Biss in vielen Aktionen gefehlt und einige Spieler konnten nicht ganz ihre Normalform abrufen.

Zuletzt stand hinten gleich zweimal die Null. Das stark verbesserte Defensivverhalten ist sicherlich auch ein Verdienst aller Mannschaftsteile, die immer besser ineinander greifen:

TL: Wir stehen defensiv mit Sicherheit stabiler als in der Vorrunde und kassieren nicht mehr so viele Treffer, die aus einem naiven Abwehrverhalten resultieren. Dazu kommt natürlich auch, dass meine junge Mannschaft von Spiel zu Spiel mehr Erfahrung sammelt und dies jetzt immer mehr auf dem Platz zeigt. Trotzdem dürfen wir uns nichts vormachen, wie sind in der Regel sehr offensiv ausgerichtet und dies sieht man an auch unserem Torverhältnis!

Am Mittwoch gilt es zunächst einmal im Pokal Farbe zu bekennen. Ich muss jetzt mal kurz in die Statistikkiste greifen, denn Thomas Leberer feiert mit dem SVO ein kleines Pokaljubiläum. Seit deinem Amtsantritt 2010 ist es nunmehr das insgesamt 20. Pokalspiel unter deiner Regie. Die Losfee hat es dabei aber nicht immer gut mit dem SVO gemeint. Nicht etwa im Hinblick auf die jeweiligen Gegner, sondern eher was die weiten Fahrten betrifft. Nur dreimal durfte der SVO zu Hause ran, zuletzt am 22.08.2012 beim 3:2 Erfolg über den Offenburger FV. Die Partie am Mittwoch ist jetzt das zwölfte (!!!) Pokal-Auswärtsspiel hintereinander und das auch noch bei einem ungemein starken Gegner. Rielasingen liegt nicht gleich um die Ecke und deshalb ist es nicht nur für viele SVO-Fans schwer nachvollziehbar, warum ein Viertelfinale auf einen Arbeitstag unter der Woche terminiert wird:

TL: Zu diesem Thema möchte ich mich eigentlich nicht mehr äußern, da ich dies schon oft getan habe! Württemberg lebt uns eine bessere Lösung vor, also es geht auch anders. Wir fahren am Mittwoch um 12 Uhr 30 los und dies schon zum x-ten Male. Nicht nur, dass man dafür Urlaub nehmen muss, einige Spieler bekommen gar nicht frei und dies ist natürlich mehr als ärgerlich. Alles Jammern hilft nicht, wir nehmen die Aufgabe in seiner Schwere an, aber es ist für die Mannschaften, welche es trifft, einfach ein Wettbewerbsnachteil.

Du hast den Gegner bei dessen 1:3 Niederlage im Verbandsligagipfel beim OFV beobachten lassen. Deine Eindrücke:

TL: Die Eindrücke haben sich bestätigt und kann man ja auch an der Tabelle ablesen. Rielasingen stellt eine erfahrene Mannschaft, mit einigen Spielern die schon höher als Verbandsliga gespielt haben. Stehen defensiv sehr kompakt, besitzen ein schnelles Umschaltspiel und benötigen für einen Torerfolg wenige Chancen. Der OFV hat das Spiel am Ende mehr als verdient gewonnen, hatte aber im entscheidenden Moment auch Glück, als Lekavski nach der 1 zu 0 Führung nur das Lattenkreuz getroffen hatte. Ich bin mir nicht sicher, ob der OFV einem 2 zu 0 Rückstand gedreht hätte. Am Ende ging Rielasingen auch ein wenig die Puste aus.

 Gerade einmal 10 Monate ist es her, da brachte ein gewisser Alexander Stricker die Meisterschaftsträume des SVO in der Verbandsliga mächtig durcheinander. Mit 3:0 behielt Rielasingen am vorletzten Spieltag durch drei Stricker-Tore in Oberachern die Oberhand. Da bietet sich doch jetzt die ideale Gelegenheit, Revanche zu nehmen, oder?

TL: Für was sollen wir Revanche nehmen. Wir sind am Ende Meister geworden und wenn ich mich richtig erinnere, hatte Rielasingen einen tollen Abend in Oberachern. Für uns geht es darum, diese schwere Aufgabe richtig anzunehmen und irgendwie in das Halbfinale einzuziehen.

Wie sieht es vor dem Pokalspiel in personeller Hinsicht aus?

TL: Verletzungsbedingt haben wir keine Ausfälle, leider aber durch dieses Mittwochspiel, da einige Spieler keinen Urlaub bekommen werden.

Zum Abschluss der >englischen Woche< führt die Reise ins Nordbadische zur U23 des Zweitligisten SV Sandhausen und da werden unangenehme Erinnerungen an das Hinspiel wach. Bei der 2:6 Heimniederlage erteilte die Elf deines Kollegen Kristjan Glibo eine Lehrstunde in puncto schnelles Umschaltspiel. In der Rückrunde lief es bislang nicht ganz so gut für den SVS, erst ein Sieg konnte in der Rückrunde verbucht werden. Dennoch verfügt man über ein hervorragendes spielerisches Potential.Wie lautet die Vorgabe an deine Mannschaft?

TL: Wie schon oben erwähnt, hatten wir an diesem Tag ein Defensivverhalten an den Tag gelegt, welches eher im Jugendbereich anzusiedeln war als im Aktivenfussball. Sandhausen hatte mit Sicherheit einen Sahnetag erwischt und ein sensationelles Umschaltspiel an diesem Tag, mit dem wir nicht klar gekommen sind. Ich hoffe, dass wir es dieses Mal gegen Sandhausen besser lösen werden und nach dieser anstrengenden Woche auch was Zählbares mitnehmen können.

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