Finale SBFV-Rothaus-Pokal

Finale SBFV-Rothaus-Pokal
FC 08 Villingen – SV Oberachern, Samstag 12.30 Uhr
Karl-Heitz-Stadion Offenburg

Platz sieben in der Oberliga und jetzt das Pokalfinale gegen den FC 08 Villingen. Der SV Oberachern hat eines schon jetzt sicher geschafft, das mit Abstand erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte. Die Krone dazu könnte er sich am Samstag selbst aufsetzen, dann nämlich, wenn man das allerletzte Spiel der bislang so erfolgreichen Saison mit einem Sieg beenden würde.
„Wir haben eine recht junge und unerfahrene  Mannschaft auf die Reise geschickt. Diese Mannschaft hat sich dann im Verlaufe der Runde immer mehr zu einem Team entwickelt und viel Erfahrung gesammelt. In vielen Spielen tollen offensiven Fußball gezeigt, mit einigen Toren der Kategorie „Tor des Monats“ und vor allem in der Rückrunde eine stetige Entwicklung an den Tag gelegt. Die Jungs waren immer bereit,  hart an sich zu arbeiten, mich als Trainer zu „ertragen“ und immer wieder Dinge zu verbessern. Dafür bin ich sehr dankbar und mächtig stolz auf diese Mannschaft“, so SVO-Coach Thomas Leberer, der sich und seiner Mannschaft jetzt mit einem möglichen Pokalsieg auch noch ein Denkmal am Oberacherner Waldsee setzen könnte.
Der Weg in dieses Finale war einmal mehr durch zahlreiche Reisekilometer unter der Woche geprägt, aber daran hat man sich auf Seiten des SVO ja fast schon gewöhnt. Bei den Landesligisten RW Elchesheim (2:0) und VfR Hausen (5:1) war man in den ersten Pokalrunden zwar phasenweise gefordert, konnte sich am Ende aber doch relativ locker durchsetzen. Beim SV Weil, Tabellendritter der Landesliga Staffel 2, genügte eine starke Viertelstunde, um den Sprung ins Viertelfinale zu schaffen. Beim FC Rielasingen-Arlen hingen da die Trauben schon etwas höher und man musste sich am Ende beim Tabellenzweiten der Verbandsliga schon gewaltig strecken, um schließlich den Sprung ins Halbfinale zu schaffen. Beim Landesligisten FSV Altdorf hatte man eine Stunde lang große Mühe, am Ende reichte es aber zu einem dann auch verdienten 3:1 Erfolg. Das Finale in Offenburg ist jetzt der 13. Pokalauftritt in der Fremde hintereinander, den man dieses Mal  aber gerne in Kauf nimmt.
Die letzte Niederlage im südbadischen Pokalwettbewerb kassierte der SVO am 10.09.2014 und das aber ausgerechnet beim FC Villingen, der im Halbfinale immerhin Titelverteidiger Bahlinger SC auschaltete.
In der Liga ist man gegen den siebenfachen südbadischen Rekordpokalsieger noch ungeschlagen. In dieser Saison behielt der  SVO zwar mit 4:1 in Villingen und 4:2 daheim die Oberhand, hatte in den entscheidenden Situationen dabei aber auch das notwendige Glück. Trotz eines furiosen Endspurts müssen die Schwarzwälder jetzt den bitteren Gang in die Verbandsliga antreten, weil man am letzten Spieltag den fast schon sicher geglaubten Klassenerhalt durch eine 2:5 Niederlage in Freiberg verspielte. Der Pokal ist für die Elf von Jago Maric jetzt also die Gelegenheit, die Saison doch noch zu retten. Thomas Leberer rechnet mit einem Spiel auf Augenhöhe: „Vielleicht sind wir ganz minimal der Favorit, aber der enorme Druck liegt beim FC 08 Villingen“.
Vor fast genau 20 Jahren erreichten die Achertäler als Bezirksligist und ohne ein einziges Gegentor schon einmal das Finale. Am Ende behielt zwar der Verbandsligist Donaueschingen die Oberhand, für die Oberacherner war es damals aber dennoch ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Thomas Leberer stand seinerzeit  als Spielertrainer auf dem Platz,  konnte aber trotz großen Einsatzes die 1:5 Niederlage nach 1:0 Führung auch nicht verhindern.
Oberacherns Trainer ist der einzige beim SVO, der weiß was es bedeutet, einmal in einem DFB-Pokalspiel mitzuwirken. Am 29.08.1987 zählte er beim legendären 3:3 des Offenburger FV gegen Borussia Dortmund neben dem überragenden späteren Nationalspieler Martin Wagner zu den auffälligsten Akteuren auf dem Platz: „Das ist so lange her und ich bin ja nicht mehr der Jüngste! Von dem Spiel habe ich nur wenige Szenen noch vor Augen und in Erinnerung – leider. Was ich aber den Jungs mitgeben kann ist, dass dich so ein vielleicht „einmaliges“ Erlebnis dein ganzes Sportlerleben begleitet“.
Bleibt jetzt nur noch zu hoffen, dass der SVO den Fluch des Karl-Heitz-Stadions endlich ablegen kann, denn da hat man noch nie auch nur einen einzigen Treffer erzielen können. „Das lag ja nicht am Stadion sondern eher am OFV als Gegner“, schmunzelt Leberer: „Wir spielen aber gegen Villingen.  Ich habe viele schöne Stunden im Karl–Heitz–Stadion erleben dürfen und als Fußballer hier auch meinen größten Erfolg gefeiert gegen Dortmund.  Dies möchte ich am Samstag als Trainer mit meinem Team wiederholen und in Offenburg meinen größten Erfolg in meiner bisherigen Trainerlaufbahn feiern“.
Leider verzichten muss er dabei auf Timo Schwenk (Bänderriss) und Pascal Sattelberger (Muskelfaserriss). Der Rest des Teams ist aber bereit für das große Finale.
RM

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