SV Oberachern – FSV Hollenbach 1:3 (0:1)

„Die wären heute besser alle im Bett geblieben“, sagte ein Oberacherner Fan nach der fünften Heimniederlage seines SVO und traf damit im wahrsten Sinne des Wortes den Nagel auf den Kopf. 350 Zuschauer erlebten in der Tat eine ganz schwache Partie des SV Oberachern, der gegenüber den letzten erfolgreichen Wochen nicht wiederzuerkennen war. Mit Ausnahme von Schlussmann Christian Miesch erreichte kaum ein Akteur auch nur annähernd seine Normalform.

Dabei sah es 10 Minuten lang noch ganz gut aus. Gegen einen Gegner, der das Viertelfinalaus im württembergischen Pokal gegen den FSV Bissingen vom Mittwoch noch verkraften musste, schienen die Gastgeber alles im Griff zu haben. Dann hatte der pfeilschnelle Boris Nzuzi, neben dem dreifachen Torschützen Luca Pfeiffer bester Mann auf dem Platz, gleich zweimal das 0:1 auf dem Fuß, fand aber in Keeper Miesch seinen Meister (11.). Bei den Achertälern lief danach so gut wie nichts mehr zusammen. Die zuletzt so stabile Oberacherner Defensive wackelte bedenklich und ein Hollenbacher Treffer lag förmlich in der Luft. Nur einmal wurde es für die Elf aus dem Hohenlohischen richtig gefährlich, als ein Gewaltschuss des aufgerückten Sebastien Noé leicht abgefälscht knapp am Pfosten vorbeizischte (32.). Im Gegenzug traf Nzuzi nur den Innenpfosten des SVO-Gehäuses. Nach 37 Minuten die zu diesem Zeitpunkt eigentlich längst überfällige Führung der Gäste. Im Anschluss an die zweite FSV-Ecke stand Pfeiffer völlig frei und konnte den Ball ungehindert zum 0:1 ins Netz befördern.

Auch nach dem Wechsel waren es die Gäste, die meist den Ton angaben. Mit einem trockenen Schuss aus halbrechter Position erhöhte Pfeiffer mit seinem zweiten Treffer auf 0:2 (56.). In der 64.Minute konnte Miesch mit letztem Einsatz einen Pfeiffer-Schuss gerade noch an die Latte lenken. Dann wechselte Oberacherns Coach Thomas Leberer mit Sattelberger, Weisgerber und Braun gleich drei frische Spieler ein und schien damit ein glückliches Händchen zu haben. Exakt 23 Sekunden im Spiel, konnte Pascal Sattelberger, von Gabriel Gallus glänzend in Szene gesetzt, auf 1:2 verkürzen. Die Hoffnung des SVO, gegen die stark aufspielenden Gäste wenigstens einen Zähler zu holen, war allerdings nur von kurzer Dauer. Erst landete ein Kopfball von FSV-Kapitän Martin Kleinschrodt nur am Oberacherner Pfosten (71.), dann bewies einmal mehr das erst 19-jährige Stürmertalent des FSV Hollenbach seine Qualitäten, als er mit seinem Tor Nummer drei an diesem Tag den SVO im Alleingang erlegte (72.), nachdem die aufgerückte SVO-Defensive schulmäßig ausgespielt wurde. Es war Pfeiffers Saisontreffer Nummer 15.

Als der umsichtig leitende Schiedsrichter Luigi Satriano die Partie nach insgesamt 92 Minuten beendete, mussten die treuen Fans des SVO froh sein, dass die Niederlage der jungen SVO-Elf nicht noch höher ausfiel.

Nach dem mittlerweile schon siebten Auswärtserfolg seines FSV war Trainer Ralf Stehle hinterher mehr als zufrieden: “Wir haben heute unsere beste Leistung in diesem Jahr gezeigt und hochverdient gewonnen“.

Thomas Leberer, dessen Elf in den letzten Wochen großartiges geleistet hat, meinte hinterher: „Nach 10 Minuten haben wir das Spiel aus der Hand gegeben, dann kam auch noch eine gewisse Laschheit hinzu. Am Ende können wir uns über die drei Treffer nicht beklagen“.

Diese Niederlage gegen den starken Tabellensechsten ist für den SVO zwar kein Beinbruch, in den folgenden >Wochen der Wahrheit< gegen Freiburg (A), Villingen (H), Freiberg (A) und Pfullendorf (H) müssen sich die Achertäler aber gewaltig steigern, sonst könnte es am Ende im Kampf um den Klassenerhalt noch so richtig eng werden.

SV Oberachern: Miesch, Noé, Kopf (64. Weisgerber) , Gülsoy, M. Krebs (64. Sattelberger), Huber, Jurjevic (64. Braun), Walica, Gallus, Decherf (77.Petric), Schwenk

FSV Hollenbach: Nowak, Amon, Volk, Zeller, Nierichlo, Ma. Kleinschrodt (73. Baumann), Nzuzi, Albert (88. Maneth), Mi. Kleinschrodt, Pfeiffer (82. Schiffmann), Schmidt

Tore: 0:1 Pfeiffer (37.), 0:2 Pfeiffer (56.), 1:2 Sattelberger (65.), 1:3 Pfeiffer (72.)

Schiedsrichter: Luigi Satriano (Zell i.W.)

Zuschauer: 350

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