SSV Reutlingen – SV Oberachern 0:0

Die Tormaschine des Fußball-Oberligisten SV Oberachern, die zuletzt sieben Tore in zwei Spielen produzierte, kam zwar ins Stottern, dennoch gab es in den Reihen des SVO nach dem 0:0 beim SSV Reutlingen fast nur strahlende Gesichter. »Das war ein gerechtes Unentschieden nach einem intensiven Spiel«, urteilte Trainer Thomas Leberer. Dagegen war sein Gegenüber Georgi Donkov mit dem Resultat nicht zufrieden: »Wir haben uns viele Chancen herausgespielt, aber nicht genutzt«, sprach der Reutlinger Trainer von zwei verlorenen Punkten. Während Oberachern mit 37 Punkten Rang sieben einnimmt, ist der ehemalige Zweitligist mit 27 Zählern weiterhin Viertletzter und in akuter Abstiegsgefahr. »Ich denke, man benötigt 44 oder 45 Punkte zum Drinbleiben«, hat Leberer hochgerechnet und gibt für seine Elf noch längst keine Entwarnung im Abstiegskampf.
»In der ersten Viertelstunde haben wir uns schwer getan«, ließ Oberacherns Kapitän Sinan Gülsoy die 90 Minuten Revue passieren. Die Schwaben, die von
2000 bis 2003 in der 2. Liga um Punkte kämpften und nach der Insolvenz im Jahr 2010 von der Regional- in die Oberliga runter mussten, starteten furios. Francis Ubabuike (3. Minute) und Gabriel Alleoni (7.) verpassten gute Hereingaben nur knapp, ehe Tom Schiffel (15.) nach Vorarbeit des ehemaligen Stuttgarter-Kickers-Spielers Zvonimir Kovac alleine auf Oberacherns Keeper Christian Miesch zusteuerte, den Ball jedoch um wenige Zentimeter am Tor vorbeisetzte.
»Nach dieser kniffligen Startphase sind wir gut ins Spiel gekommen«, stellte Gülsoy fest. In der Tat: Nach 29 Minuten setzte sich Oberacherns Angreifer Nico Huber im Strafraum energisch durch, sein Schuss landete am Außennetz. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel knallte Huber das Spielgerät nach einer Flanke von Mathieu Krebs an den Außenpfosten.
Auch in der zweiten Hälfte begannen die Reutlinger vor 820 Zuschauern im Kreuzeiche-Stadion aggressiver und zielstrebiger. Pech für die Gastgeber, dass ein Schuss von Ubabuike in der 63. Minute an die Unterkante der Latte und wohl auf die Linie prallte. Die Reutlinger schworen hinterher Stein und Bein, dass der Ball hinter der Torlinie aufgesprungen sei, der gut leitende Schiedsrichter Philipp Lehmann entschied jedoch auf Weiterspielen.
Eine Viertelstunde vor Feierabend hätte Oberachern in Führung gehen müssen.
Nach einem Patzer in der SSV-Hintermannschaft hatte Huber freie Bahn, verfehlte jedoch das Gehäuse. Auch der eingewechselte Gregor Dörflinger hatte noch eine gute Gelegenheit. Am Ende waren die Mannen um Kapitän Gülsoy mit dem Punktgewinn dennoch zufrieden. In den Schlussminuten sorgten nämlich die Reutlinger noch einmal für Betrieb. Zunächst schoss Eric Yahkem über das Tor, ehe Marc Golinski nach Zuspiel von Pierre Eiberger alleine in Richtung SVO-Tor stürmte. Der Reutlinger Angreifer fand jedoch in Keeper Miesch seinen Meister. »Das 0:0 ist ein gerechtes Ergebnis«, sagte Gülsoy – und machte sich vergnügt auf den Heimweg.

SSV Reutlingen – SV Oberachern            0:0
Reutlingen: Durmaz – Schiffel, Gjokaj, Hartmann, Gleißner – Eiberger, Ricciardi – Yahkem (89. Maier), Kovac, Ubabuike (71. Seemann) – Alleoni (83. Golinski)
Oberachern: Miesch – Savane (70. Krebs), Schwenk, Leberer, Walica – Gülsoy – Braun, Gallus (68. Sattelberger), Petric (79. Dörflinger), Krebs (86.
Jurjevic) – Huber
Schiedsrichter: Lehmann (Seitingen-Oberflacht) – Zuschauer: 820

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